In Gold we Trust-Report 2018

Vieles, was sich gerade vor unser aller Augen abspielt, lässt sich als „Gezeitenwende im Geldwesen“ bezeichnen: sei es die in den USA bereits eingeleitete geldpolitische Gezeitenwende, sei es die währungspolitische Gezeitenwende, welche sich mit der fortschreitenden De-Dollarization ankündigt, oder sei es die technologische Gezeitenwende, die sich im Boom der – mitunter stark gehypten – Kryptowährungen manifestiert. Wir durchleben grundlegende Änderungen im Bereich des Geldwesens, welche sich, manche schneller, manche langsamer, manche offensichtlich, manche hintergründig, vollziehen. Gerade in Zeiten des fundamentalen Wandels ist es aber besonders wichtig, den Blick für das Ganze nicht zu verlieren. Diesen Blick für das Ganze wollen wir mit unserem In Gold we Trust-Report auch in diesem Jahr präsentieren
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Umfangreich

Detaillierte Studie über Gold und goldrelevante Kapitalmarktent-wicklungen.
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Kritisch

Kritische Auseinandersetzungen und Betrachtung aller relevanten Geschehnisse.
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Weltweit

Anerkannt in mehr als 60 Nationen.

Aus dem Inhalt

Die gegenwärtige Welt(wirtschafts)ordnung war und ist zweifelsfrei von den USA dominiert. Die größte Wirtschaftsleistung, der weitreichende diplomatische Einfluss sowie die unangefochtene militärische Dominanz zeugen von der globalen Vormachtstellung der Vereinigten Staaten. Währungspolitischer Ausdruck der globalen Machtverhältnisse ist die US-zentrische Geldordnung, die kritische Beobachter argwöhnisch als „exorbitantes Privileg“ der USA bezeichnen.

 

Das Vertrauen in den US-Dollar ist historisch gewachsen. Die Affinität der Vereinigten Staaten für die freie Marktwirtschaft, stark ausgeprägte Eigentumsrechte und Rechtssicherheit, höchstliquide Kapitalmärkte sowie die harte Währung unter dem Goldstandard waren Voraussetzung, um den heutigen Sonderstatus zu erlangen. Von besonderer Relevanz ist weiters, dass Rohstoffe in US-Dollar gehandelt und abgerechnet werden

 

Das Vertrauen in die US-zentrische Ordnung ist jedoch keine in Stein gemeißelte Konstante. Ein Indikator für das internationale Vertrauen in die Reservewährung ist ihr Anteil an den Weltwährungsreserven. Dieser Indikator ist allerdings relativ statisch, da Zentralbanken vorsichtige und bedachte Akteure sind, die Hauruck-Aktionen meiden wie der Teufel das Weihwasser. Als ein weiterer Indikator für das Vertrauen in die Reservewährung US-Dollar dient – wie Alan Greenspan festgehalten hat – der Goldpreis. An dieser Stelle wollen wir uns die Entwicklung der US-Aktien bereinigt um den Goldpreis ansehen. In Form des Dow/Gold-Ratios erhalten wir einen geeigneten Indikator, um das Vertrauen in die US-zentrische Ordnung zu messen.

 

Ende der 1970-Jahre war das Vertrauen in die USA extrem angeschlagen. Der US-Dollar war angezählt, die Inflation hatte zu galoppieren begonnen und der Goldpreis stieg in lichte Höhen. Das Dow/Gold-Ratio erreichte im Jänner 1980 mit 1,29 seinen niedrigsten Wert, deutlich unterhalb des Medians von 6,5. Aufgrund des miserablen Wirtschaftsumfeldes und der vermeintlichen Stärke der Sowjetunion war damals nicht klar, ob „der Westen“ den Kampf der Systeme gewinnen würde. Um die Jahrtausendwende waren die USA hingegen die einzige verbliebene Supermacht, die in jeder Hinsicht unantastbar schien. Der US-Dollar hatte ein Zwischenhoch bei 120 erreicht, es wurden Budgetüberschüsse erwirtschaftet und das Dow/Gold-Ratio erreichte sein Allzeithoch. Doch bereits im Vorfeld der Großen Finanzkrise 2007/2008 büßten die USA an Vertrauen ein, wie das Dow/Gold-Ratio zeigt. Denn der Boom an den Aktienmärkten wurde mit einer Kreditblase teuer erkauft.

 

Auf die plötzlich eintretende Finanzkrise reagierte die FED entschlossen. Die jahrelangen Gelddruckprogramme konnten die Aktienkurse nominell nach oben treiben. Setzt man die Kursentwicklung jedoch in Relation zum Goldpreis, dann offenbaren sich die Vorbehalte der Marktteilnehmer. Erst im Jahr 2013, als die behutsame Abkehr („Tapering“) von den geldpolitischen Notmaßnahmen verkündet wurde, kehrte das Vertrauen in die USA wieder zurück. Mit einem Stand von 19 notiert das Ratio aktuell auf dem höchsten Stand seit Oktober 2007. 10 Jahre nach der Finanzkrise, sind die USA gemäß des Dow/GoldRatio also wieder auf dem Weg zu alter Stärke.

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